Sportaktivitäten zur Prävention von Jugendgewalt

Sportaktivitäten zur Prävention von Jugendgewalt und -kriminalität
gefördert durch das EU-Programm AGIS (2005-2007)

Im Rahmen von Präventionsansätzen, die sich an gewaltbereite Jugendliche richten, spielen sportbezogene Angebote eine zentrale Rolle. Sport gilt aufgrund seiner hohen Attraktivität als Medium, mit dem auffällige und delinquenzgefährdete Jugendszenen und -gruppen erreicht werden können, und als ein Feld, das es ermöglicht, sozial erwünschte Verhaltensweisen wie Fairness oder Respekt in einem spielerischen Rahmen zu erproben.
Im Rahmen des Projektes wurden Ansätze und Erfahrungen in Deutschland, Spanien und Portugal miteinander verglichen und auf dieser Basis übergreifende Qualitätsstandards entwickelt. Die Ergebnisse wurden auf internationalen Fachtagungen im Herbst 2006 und Frühjahr 2007 der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Das methodische Vorgehen umfasste Literatur- und Internetrecherche, Experteninterviews, Interviews mit Zielgruppen, Fragebogenerhebungen, telefonische Befragungen und Beobachtungen vor Ort. Im Ergebnis entstanden Länderexpertisen mit Good-Practice-Beispielen und es wurden gemeinsam wichtige Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards für die Implementierung sportbezogener Präventionsmaßnahmen erarbeitet. In der Studie für Deutschland wurden darüber hinaus Grundannahmen und -prinzipien der sportpädagogischen gewaltpräventiven Arbeit herausgearbeitet, die Bedeutung geschlechtssensibler Präventionsarbeit diskutiert sowie unterschiedliche Konzepte sportpädagogischer Arbeit im Umgang mit Leistung und Konkurrenz skizziert. Die Untersuchung konnte unter anderem aufzeigen, dass zur Entfaltung der gewaltpräventiven Wirkung von Sportangeboten die explizite Einbettung der Sportangebote in eine pädagogische Konzeption notwendig ist, da Sport nicht „per se“ gewaltpräventiv wirkt.

Theme by Danetsoft