Kommunale Bildungs- und Erziehungslandschaften

Elternbeteiligung und Gewaltprävention in kommunalen Bildungs- und Erziehungslandschaften - Neue Formen im Zusammenspiel von Jugendhilfe, Schule, jungen Menschen und Eltern
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2009-2012)

Das dreijährige Praxisforschungsprojekt wurde in Kooperation mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism) und dem Institut für Soziale Praxis (isp) der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie gemeinsam durchgeführt.
Die Beteiligung der Eltern stellt bei der Entwicklung und Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften ein bislang vernachlässigtes Thema dar. Das Projekt legte einen Schwerpunkt auf die Elternbeteiligung, um Risikofaktoren und Problemkonstellationen bereits in der frühen Kindheit zu erkennen und abzubauen. Zu fragen war, welche neuen Strategien der Elternbeteiligung in Bildungslandschaften erprobt und etabliert werden und welchen Beitrag diese zur Gewaltprävention leisten können.
Auf der Grundlage einer bundesweiten qualitativen Befragung wurde eine Bestandsaufnahme erarbeitet. Die Ergebnisse wurden in Regionalforen mit interessierten Expert/innen diskutiert und bewertet. Anschließend wurden sechs ausgewählte Modellstandorte entweder beratend begleitet oder aber zu bereits vorhandenen Modellen der Elternbeteiligung und/oder Gewaltprävention evaluiert. Die Gesamtergebnisse des Praxisforschungsprojektes wurden im November 2011 auf einer Abschlusstagung in Berlin präsentiert und in einem Abschlussbericht dokumentiert.
Zum einen begleitete Camino als Modellstandort die Kommune Saalfeld in Thüringen. Dort wurden in Elternwerkstätten Beteiligungsprozesse initiiert und Fachkräfte aus Saalfelder Institutionen zu den Themen Elternbeteiligung und Gewaltprävention fortgebildet. Es gelang, das Thema Elternbeteiligung in die Gesamtstrategie der Kommune zu integrieren und so die Bestrebungen der Kommune zur Entwicklung einer neuen Lernkultur, die zunächst vorrangig Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse umfasste, noch weiter auszubauen.
Zum anderen evaluierte Camino am zweiten Modellstandort in Berlin-Neukölln Projektmaßnahmen des Lokalen Bildungsverbundes Reuterkiez und begleitete die AG Gewaltprävention. Hier haben sich insbesondere diejenigen Ansätze als erfolgreich gezeigt, die die Selbstorganisation von Eltern stärken, Eltern in Institutionen auf Augenhöhe begegnen und diese gleichberechtigt in Aushandlungsrunden und Entscheidungsgremien beteiligen sowie gewaltpräventive Projektansätze, die auf migrantische Multiplikator/innen und niedrigschwellige, lebensweltbezogene Beratungsansätze zurückgreifen.

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