Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Zuschauerverhalten

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Zuschauerverhalten und Entwicklung von Gegenstrategien
gefördert vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (2004-2005)

Bei dem Projekt handelte es sich um eine Teilstudie im Rahmen der Meta-Studie „Wandlungen des Zuschauerverhaltens im Profifußball – Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Reaktionen“. Ziel dieser Teilstudie war es, die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus im Zuschauerverhalten zu analysieren und Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von Gegenstrategien aufzuzeigen und auf dieser Basis Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
Vor dem Hintergrund einer Dokumenten- und Internetrecherche zu Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Zuschauerverhalten und zum aktuellen Stand von antirassistischen Kampagnen und Projekten in Deutschland wurden Entwicklung und aktuelle Situation in fünf Städten der Bundesliga und weiteren Regionalliga-Standorten genauer analysiert. Die Untersuchung basierte auf folgenden Säulen:
Experteninterviews mit Vertreter/innen von Vereinen, Fanprojekten, Polizei, DFB, BAFF, FARE etc.
Teilnehmende Beobachtung während der Heimspiele der entsprechenden Bundesligavereine
Leitfaden gestützte situationsflexible Interviews mit Fußballfans
Expertengespräche zur Diskussion von Handlungsempfehlungen

Die Ergebnisse des Praxisforschungsprojektes machen deutlich, dass die soziale Verankerung von Maßnahmen ihre Wirksamkeit erhöht. Das heißt, dass Maßnahmen dann besonders wirksam sind, wenn sie mit den Fans zusammen entwickelt oder zumindest von den Fans getragen werden. Auch die Wertschätzung und Förderung von Selbstregulierungsmechanismen innerhalb der Fanszene ist wichtig.
Der Antidiskriminierungsarbeit der Fanprojekte mit jugendlichen Fans kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Weiterhin ist es wichtig, dass der Verein sich rechtzeitig und eindeutig gegen Rechtsextremismus und Rassismus positioniert und antirassistische Aktivitäten, die aus der Fanszene selbst kommen, nicht als Diskreditierung des Vereins („Nestbeschmutzung“) begreift. Maßnahmen eines Vereins müssen für die Fans und die Öffentlichkeit glaubwürdig sein – ein autoritärer Umgang mit den eigenen Fans macht antirassistische Maßnahmen eines Vereins tendenziell unglaubwürdig und schürt Aggressionen, wohingegen ein Verein, der den Fans die Möglichkeit bietet, mitzubestimmen und sich einzubringen, eine demokratische Kultur fördert.

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