„Gewaltprävention durch Sport?“ Praxisforschungsprojekt

Projektformat: Forschung

Auftraggeber/Fördergeber: EU-Programm AGIS

Projektdurchführende: Sabine Behn, Victoria Schwenzer

Laufzeit: 01.01.2005 – 31.12.2007

Publikationen

Hilft das Schlagen dem Vertragen?

Sport als Gewaltprävention 2011 in Sozialmagazin 1/2011

Gewaltprävention durch Sport?

Annahmen und Bedingungen 2007 in In: Sozial Extra 9-19/2007, S. 28-30

Sportaktivitäten zur Prävention von Jugendgewalt und Jugendkriminalität in Deutschland

Eine Untersuchung im Rahmen des EU-Programms AGIS Evaluationsbericht 2007, Berlin

Projektbeschreibung

Im Rahmen von Präventionsansätzen, die sich an gewaltbereite Jugendliche richten, spielen sportbezogene Angebote eine zentrale Rolle. Sport gilt aufgrund seiner hohen Attraktivität als Medium, mit dem auffällige und delinquenzgefährdete Jugendszenen und -gruppen erreicht werden können, und als ein Feld, das es ermöglicht, sozial erwünschte Verhaltensweisen wie Fairness oder Respekt in einem spielerischen Rahmen zu erproben.
Im Rahmen des Projektes wurden Ansätze und Erfahrungen in Deutschland, Spanien und Portugal miteinander verglichen und auf dieser Basis übergreifende Qualitätsstandards entwickelt. Die Ergebnisse wurden auf internationalen Fachtagungen im Herbst 2006 und Frühjahr 2007 der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Das methodische Vorgehen umfasste Literatur- und Internetrecherche, Experteninterviews, Interviews mit Zielgruppen, Fragebogenerhebungen, telefonische Befragungen und Beobachtungen vor Ort. Im Ergebnis entstanden Länderexpertisen mit Good-Practice-Beispielen und es wurden gemeinsam wichtige Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards für die Implementierung sportbezogener Präventionsmaßnahmen erarbeitet. In der Studie für Deutschland wurden darüber hinaus Grundannahmen und -prinzipien der sportpädagogischen gewaltpräventiven Arbeit herausgearbeitet, die Bedeutung geschlechtssensibler Präventionsarbeit diskutiert sowie unterschiedliche Konzepte sportpädagogischer Arbeit im Umgang mit Leistung und Konkurrenz skizziert. Die Untersuchung konnte unter anderem aufzeigen, dass zur Entfaltung der gewaltpräventiven Wirkung von Sportangeboten die explizite Einbettung der Sportangebote in eine pädagogische Konzeption notwendig ist, da Sport nicht „per se“ gewaltpräventiv wirkt.