Vielfalt und Toleranz durch soziokulturelle Bildung

Projektformat: Praxisbegleitung

Auftraggeber/Fördergeber: Programm „Vielfalt und sozialer Zusammenhalt in Brandenburgs Städten – Lebensräume gemeinsam gestalten"

Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2012

Das Projekt wurde in Hohenstücken, einem Wohngebiet in Brandenburg an der Havel, umgesetzt. Hohenstücken hat wie viele andere Gebiete des industriellen Wohnungsbaus der 70er und 80er Jahre im Osten Deutschlands trotz Sanierungstätigkeit und intensiver Maßnahmen der Wohnumfeldgestaltung mit vielfältigen Problemlagen zu kämpfen. Hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsleerstand, brachliegende Freiflächen führen zu einem Imageverlust und einer starken Abwanderung. Lebten 1993 noch über 20.000 Bewohner/innen in Hohenstücken, so ist es 2010 nur noch knapp die Hälfte. Die Abwanderung sowie die hohe Arbeitslosigkeit können zu Desintegrationsprozessen sowie zu einer abnehmenden Identifikation der Bewohner/innen mit ihrem Stadtteil führen. Daraus resultierende ausgrenzende und fremdenfeindliche Einstellungen, die eine weitere Spirale von Abwertung, Ausgrenzung und Nicht-Identifikation zur Folge haben, können nicht ausgeschlossen werden.Mit dem Projekt „Vielfalt und Toleranz durch soziokulturelle Bildung“ wurden Projekte umgesetzt, die insbesondere die gesellschaftliche Teilhabe und Integration benachteiligter Personengruppen, beispielsweise arbeitsloser Bewohner/innen in Hohenstücken (Brandenburg an der Havel) und Jugendlicher aus sozial- und bildungsfernen Schichten, über Bildungsangebote und Begegnungsangebote förderten. Dabei wird Bildung als Entwicklungsprozess zur Erweiterung der lebenspraktischen, geistigen und kulturellen Fähigkeiten sowie personalen und sozialen Kompetenzen begriffen. Bildung ist insbesondere in Gebieten mit einem hohen Anteil an Bewohner/innen, deren Beteiligung am gesellschaftlichen und politischen Leben durch Arbeitslosigkeit stark eingeschränkt ist, ein wichtiger Aspekt, um Benachteiligungen und Ausgrenzungen sowie langfristig auch daraus resultierenden fremdenfeindlichen Tendenzen zu begegnen. Im Projekt wurden Bildungsangebote zur Unterstützung für alleinerziehende (junge) Mütter und für sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche umgesetzt.