Arbeitsstelle Gewaltprävention

Projektformat: Evaluation/Wissenschaftliche Begleitung

Auftraggeber/Fördergeber: Landeskommission Berlin gegen Gewalt

Projektdurchführende: Dr. Albrecht Lüter, Dr. Sarah Riese, Willi Imhof, Moritz Konradi

Laufzeit: 01.07.2020 – 30.06.2023

Projektbeschreibung

Ziel der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention ist es, unterschiedliche Erscheinungsformen von Gewalt in Berlin unter besonderer Berücksichtigung sozialräumlicher Aspekte fortlaufend zu analysieren, Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Gewalt zu evaluieren und zu bewerten sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Präventionsarbeit in Berlin zu entwickeln. Die Arbeitsstelle Gewaltprävention erstellt Expertisen und beobachtet aktuelle Entwicklungen. Wissenstransfer und Fachaustausch nehmen einen hohen Stellenwert für ihre Tätigkeit ein.

Seit Juli 2020 ist die Arbeitsstelle Gewaltprävention im Auftrag der Landeskommission Berlin gegen Gewalt tätig. Sie setzt mit altersübergreifendem Ansatz die Tätigkeit der im Jahr 2013 eingerichteten Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention fort.

Die Fortschreibung des Gesamtkonzepts Berlin gegen Gewalt, das bereits durch die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention erstellt und durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Jahr 2020 beschlossen wurde, ist eine zentrale Aufgabe der Arbeitsstelle. Abgestimmt mit Fachressorts und Bezirken sowie im Austausch mit Fachakteuren und Zivilgesellschaft werden die Zielstellungen des Gesamtkonzepts Berlin gegen Gewalt auf der Ebene der Maßnahmenplanung konkretisiert und anschließend deren Umsetzung und Bewährung überprüft. Die konzeptionelle Systematisierung der Berliner Gewaltprävention trägt zu einer erhöhten Transparenz zwischen unterschiedlichen Sachgebieten und Ebenen bei und verbessert die Abstimmung von Maßnahmen und Aktivitäten.

Um Bedarfslagen in den vielgestaltigen Kiezen und Sozialräumen Berlins und seiner Bezirke frühzeitig zu identifizieren, aber auch um Erfolge und Wirkungen gewaltpräventiver Maßnahmen zu dokumentieren, erstellt die Arbeitsstelle Gewaltprävention ein kontinuierliches Monitoring zu Gewaltdelinquenz in Berlin. Das Monitoring dokumentiert phänomenübergreifend unterschiedliche Erscheinungsformen von Gewalt und gibt Antworten zu Fragen über deren Entwicklung und Verteilung im Stadtgebiet. Die Erstellung datenbasierter Situationsanalysen zu Gewaltdelinquenz für alle zwölf Berliner Bezirke, ihren Bedingungsfaktor und Gegenmaßnahmen ist Teil des Monitorings und unterstützt die kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention in Berlin. Bedarfsorientiert wird das Monitoring-Verfahren durch weitere Angebote ergänzt – bspw. Zielgruppenbefragungen und Dunkelfeldanalysen oder Fallstudien zu spezifischen Sozialräumen und Gewaltphänomenen.

Qualität und Wirkung gewaltpräventiver Programme und Projekte können durch wissenschaftliche Begleitung und Evaluation dokumentiert und verbessert werden. Die Arbeitsstelle Gewaltprävention evaluiert fortlaufend Berliner gewaltpräventive Angebote und stellt Evaluationsergebnisse der der Fachöffentlichkeit zur Diskussion. Kontinuierlich begleitet werden insbesondere die Förderungen der Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt in den Bereichen Urbane Sicherheit und kiezorientierter Prävention, Radikalisierungsprävention sowie Opferschutz und Cyber-Gewalt. Im Bereich der kiezorientierten Prävention wird neben der Evaluation einzelner Maßnahmen auch die Umsetzung und Bewährung der gesamten Förderlinie untersucht. Im Bereich der Radikalisierungsprävention kooperiert die Arbeitsstelle Gewaltprävention zudem mit modus|zad – Zentrum für angewandte Deradikalisierungsforschung.

Vorhaben und Ergebnisse der Arbeitsstelle Gewaltprävention werden regelmäßig publiziert und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Monitoring und Evaluationen werden unter anderem in der Reihe Berliner Forum Gewaltprävention präsentiert. Zudem begleiten Fachdialoge und Fachtage die Aktivitäten der Arbeitsstelle. Beratungen und Unterstützung bezirklicher Präventionsgremien oder themenspezifischer Angebote können durch die Arbeitsstelle ebenfalls umgesetzt werden. Ein wissenschaftlicher Fachbeirat soll die Arbeitsstelle Gewaltprävention begleiten und beraten.