Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts Präfix R - Coaching für Eltern in Haft

Projektformat: Evaluation/Wissenschaftliche Begleitung

Auftraggeber/Fördergeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektdurchführende: Dorte Schaffranke, Dr. Meggi Khan-Zvorničanin

Laufzeit: 01.01.2015 – 31.12.2019

Projektbeschreibung

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Projekts Präfix R wird vor allem untersucht, welche Wirkungen das Eltern-Coaching in Bezug auf die Stärkung der Bindungsfähigkeit bei den teilnehmenden Eltern erzielt. Das Projekt Präfix R - Coaching für Eltern in Haft beruht auf der bindungstheoretisch fundierten Prämisse, dass eine gute Eltern-Kind-Bindung grundsätzlich auch radikalisierungspräventiv wirkt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine unsichere Eltern-Kind-Bindung einen Risikofaktor für eine spätere Radikalisierung von Kindern darstellt. Vor diesem Hintergrund zielt die Evaluation auf die Feststellung und Bewertung von Einstellungs- und Verhaltensveränderungen, die die Inhaftierten infolge ihrer Teilnahme an den Coaching-Veranstaltungen bei sich selbst und ggf. bei ihren Angehörigen wahrnehmen. Ebenso zielt die Evaluation auf die Identifizierung förderlicher und hemmender Faktoren bzw. Rahmenbedingungen für die Durchführung von Elterntrainings in den Haftanstalten. Als wissenschaftliche Erhebungsmethoden kommen im Rahmen der Evaluation vor allem Gruppendiskussionen und qualitative Einzelinterviews zum Einsatz. Hierbei werden drei Evaluationsebenen berücksichtigt: erstens die Erfahrungen der Coaching-Nehmer/innen, zweitens die der Coaches und drittens, die der Bediensteten in den JVAs sowie der dort zuständigen Sozialarbeiter/innen. Das Evaluationskonzept ist formativ angelegt. Zwischenergebnisse werden in regelmäßigen Abständen an die Projektakteure zurückgemeldet, um die Weiterentwicklung des Projekts zu fördern.