Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

Projektformat: Evaluation/Wissenschaftliche Begleitung

Auftraggeber/Fördergeber: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt

Projektdurchführende: Dorte Schaffranke, Christina Kaps, Moritz Konradi

Laufzeit: 15.07.2025 – 31.10.2026

Das Landesprogramm

Das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt wurde 2017 ins Leben gerufen, um die demokratische Kultur im Land zu stärken und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vorzugehen. Es entstand in einem breiten Beteiligungsprozess mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung und wird als „lernendes Programm“ kontinuierlich weiterentwickelt. Seither gelang es, die Präventionsarbeit von Bund, Land, Kommunen und Zivilgesellschaft zu einer abgestimmten Strategie zusammenzuführen.
Der Koalitionsvertrag der 8. Legislaturperiode bekräftigte das Ziel, die Demokratie weiter zu stärken, die Präventionsarbeit auszubauen und gegen Menschenfeindlichkeit vorzugehen. Dabei setzt er auf eine enge Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und Kommunen, um eine solidarische und vielfältige Gesellschaft zu fördern. 
Das Landesprogramm zielt grundsätzlich darauf ab, eine lebendige, menschenrechtsorientierte und plurale Alltagskultur in Sachsen-Anhalt zu gestalten und demokratiefeindlichen Akteur*innen aktiv entgegenzutreten. Es wird durch konkrete Projekte mit Leben gefüllt und soll nun zum zweiten Mal evaluiert werden. Dabei sollen Weiterentwicklungsbedarfe identifiziert werden, um den sich wandelnden gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. 

Die Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt nimmt einerseits die Gesamtstruktur des Landesprogramms, seine Gremien und Arbeitsweisen sowie die Präventionslandschaft in Sachsen-Anhalt und andererseits die geförderten Strukturen, Maßnahmen und Projekte in den Fokus und hat die Aufgabe, diese zu analysieren und Weiterentwicklungsbedarfe abzuleiten. 
Die Kernanliegen der Evaluation sind dabei, 
- geförderte Projekte, Strukturen und Maßnahmen hinsichtlich Effizienz, Zielerreichung und Bedarfsorientierung zu betrachten und zu bewerten,
- Weiterentwicklungsbedarfe im Kontext der landesweiten Präventionsaktivitäten zu ermitteln,
- Handlungsempfehlungen zur qualitativen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Landesprogramms abzuleiten, 
- durch eine kontinuierliche Kommunikation mit dem Auftraggeber bereits während der Evaluation eine Weiterentwicklung des Programms zu ermöglichen. 
Methodisch geht die Evaluation wie folgt vor: 
- Eine Ausgangsanalyse erfasst die Entwicklung und vor allem den aktuellen Stand zu Problemlagen, Herausforderungen und Handlungsbedarfen in den Themenfeldern des Landesprogramms. Dafür werden aktuelle Analysen, Berichte und Fachpublikationen mit Bezug zu Sachsen-Anhalt sowie wissenschaftliche Diskurse und praxisorientierte Fachpublikationen zu aktuellen Handlungsansätzen erfasst.
- Eine sowohl qualitative als auch quantitative Dokumentenanalyse wertet Programm- und Projektdokumente inhaltsanalytisch aus und entwickelt Kategorien und Analyseraster für eine statistische Auswertung, die die Entwicklung von Erhebungsinstrumenten und Operationalisierung von Zielstellungen unterstützt. 
- Gruppendiskussionen mit Vertreter*innen ausgewählter Projekte sowie von Regelstrukturen thematisieren Problemlagen und relevante Handlungsansätze, Herausforderungen und Voraussetzungen der Ziel- und Zielgruppenerreichung sowie Innovation, Nachhaltigkeit und Transfer. 
- Eine standardisierte Befragung richtet sich an die geförderten Maßnahmen, Strukturen und Projekte des Landesprogramms. Sie umfasst Fragen zu Veränderungen bei den bearbeiteten Problemlagen, angestrebten und erreichten Zielen auf Ebene von Programm und Projekten, zu geplanten und umgesetzten Handlungsansätzen sowie nach den Rahmenbediungen.
- Workshops und leitfadengestützte Gruppeninterviews mit Akteuren auf der Programmebene dienen der Reflexion der Zielstellungen, Strukturen und Arbeitsweisen des Landesprogramms sowie dessen Umsetzung als lernendes Programm. 
Die Ergebnisse aus den verschiedenen Erhebungsbausteinen werden in einem Abschlussbericht systematisch zusammengeführt.