Radikalisierungsprävention

Prozesse der religiösen, politischen oder sozialen Radikalisierung finden in unterschiedlichen Ausprägungen statt. Gerade in den letzten Jahren wird vermehrt über den gewaltbereiten Salafismus diskutiert, aber auch Radikalisierung hin zum Rechtsextremismus ist weiterhin ein brennendes soziales Thema. Diese Prozesse finden oft schleichend statt, sind nicht immer leicht zu erkennen und verunsichern Angehörige genauso wie pädagogische Fachkräfte. Projekte und Programme in diesem Themenfeld konzentrieren sich zum Beispiel auf die Prävention oder Unterbrechung von Radikalisierungsprozessen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Sensibilisierung von Multiplikator/innen und Eltern, aber auch auf Aussteigerberatung.

Unsere Angebote der Evaluation und wissenschaftlichen Begleitung richten sich insbesondere an Akteure, die Projekte der Radikalisierungsprävention mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchführen. So unterstützen wir aktuell die Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V. in Nordrhein-Westfalen bei der Weiterentwicklung des von Michael Kiefer entwickelten strukturierten Clearingverfahrens zur Prävention von Radikalisierung unter Schüler/innen an sechs Pilotschulen des Modellprojektes. 

Das Projekt „HEROES® — Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“, das seit 2007 junge männliche, überwiegend muslimische Peer Educators ausbildet, die in Jugendeinrichtungen und Schulklassen Workshops zu den Themen Männlichkeit und Ehre durchführen, begleiteten wir erstmals 2014 mit einer Evaluierung im Rahmen der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention, die wir im Auftrag des Berliner Senats umsetzen. Seit 2017 evaluieren wir ein neues Modellprojekt von HEROES®, bei dem es vor allem darum geht, zu untersuchen, inwieweit das Projekt zu nachhaltigen, positiven Veränderung von Einstellungen der teilnehmenden Schüler/innen zu gewaltlegitimierenden Gendernormen (GLGN) beiträgt.

Im Rahmen der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention haben wir mehrere Projekte aus dem Berliner Landesprogramm zur Radikalisierungsprävention evaluiert, die durch unterschiedliche Träger in verschiedenen Kontexten umgesetzt werden, und übergreifende Einflussfaktoren identifiziert und Herausforderungen benannt.

In unseren Evaluationsteams arbeiten Expert/innen mit unterschiedlichen Hintergründen und Kompetenzprofilen. Unsere methodischen Ansätze entwickeln wir im Dialog mit unseren Auftraggebern und Kooperationspartnern. Dabei kombinieren wir unterschiedliche Ansätze, so dass wir passgenau und flexibel auf die Fragen unserer Auftraggeber reagieren können.