Begleitende Evaluation des Projekts "streetwork@online"

Projektformat:

Auftraggeber/Fördergeber: Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V.

Projektdurchführende: Willi Imhof, Moritz Konradi

Laufzeit: 01.06.2021 – 31.12.2021

Weitere Informationen unter: https://www.streetwork.online/

Projektbeschreibung

Das Projekt „streetwork@online“ zielt auf die Prävention islamistischer Radikalisierung von Berliner Jugendlichen (16 bis 27 Jahre) mittels sozialarbeiterischer Maßnahmen in den sozialen Netzwerken. Das Projekt entwickelt und implementiert den innovativen Ansatz des Online-Streetwork, der ein Bündel von Maßnahmen der aufsuchenden Sozialarbeit umfasst, die in virtuellen Räumen umgesetzt werden. Über das Teilen eigener Inhalte, direkte Ansprache und Interaktion wirbt das Projekt dort für Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung und stellt sich Hass und Gewalt entgegen. Kritisches Denken und Selbstbewusstsein von Jugendlichen werden gefördert und somit die Resilienz gegenüber islamistischen Inhalten und der Einflussnahme durch radikalisierte Akteure gestärkt.

Das Projekt kann in der Sekundarprävention verortet werden, insofern es sich insbesondere an Jugendliche richtet, die sich in Räumen bewegen, in denen extremistische Angebote präsent sind und algorithmisch verstärkt werden, oder die bereits erste Anzeichen islamistischer Haltungen zeigen. Ihnen werden über Inhalte und Interaktionen alternative Deutungsangebote gemacht, sie werden ermutigt, auf ihre eigenen Wünsche und Werte zu achten, und bei Bedarf wird an weitergehende Angebote der Jugendarbeit und der Prävention, z.B. Berliner Fachberatungsstellen, vermittelt.

Neben dem Streetwork in den sozialen Netzwerken setzt das Projekt eine eigene Internetplattform um, die mittels audiovisueller Materialien positive Narrative über jugendliches Leben in Berlin verbreitet. Dabei werden zunehmende Ungleichheit und Polarisierung ebenso wie Zusammenhalt und ein respektvoller Umgang mit Vielfalt thematisiert. Weiterhin werden Workshops für Multiplikator*innen angeboten, die die Themen Islamismus, Radikalisierung und Prävention im Zusammenhang mit dem Sozialraum Social Media bearbeiten.

Angesichts des Modellcharakters des Projekts und des innovativen Ansatzes für die Radikalisierungsprävention in Berlin ist die Evaluation prozessbegleitend und formativ angelegt und stellt die folgenden Kernfragen:

  • Wie lässt sich der Präventionsansatz von streetwork@online beschreiben und was zeichnet ihn aus?
  • Wie bewährt sich die Sozialarbeit in sozialen Netzwerken in der Praxis?
  • Wie werden die Projektaktivitäten und ihre Wirkung von den beteiligten Akteuren und den Zielgruppen bewertet?
  • Wie verortet sich der Ansatz des Online-Streetwork in der Berliner Präventionslandschaft?
  • Welche Empfehlungen können in Bezug auf eine Weiterentwicklung des Projekts formuliert werden?

Um diese Fragen zu beantworten, werden verschiedene Erhebungsmethoden eingesetzt: Workshops mit dem Projektteam; leitfadengestützte Experteninterviews; Auswertungen quantitativer und qualitativer Daten der Projektarbeit auf verschiedenen Social-Media-Plattformen; und Befragungen der Nutzer*innen der verschiedenen Angebote des Projekts. So wird sichergestellt, dass die Perspektiven der für das Projekt relevanten Gruppen – die jugendlichen Nutzer*innen der Online-Angebote, die Teilnehmenden der durch das Projekt angebotenen Fortbildungen, assoziierte Expert*innen und das breitere Berliner Netzwerk der Radikalisierungsprävention sowie die Mitarbeiter*innen selbst – im Rahmen der Evaluation berücksichtigt werden.

Ein abschließender Bericht dokumentiert die Evaluation, sichert die Ergebnisse, und erarbeitet Vorschläge für deren Transfer in die Projektarbeit.