Modellprojekt „Kooperation zwischen Polizei und Zivilgesellschaft“

Projektformat: Forschung

Auftraggeber/Fördergeber: Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung (LADS) Berlin

Projektdurchführende: Albrecht Lüter, Moritz Konradi, Dana Breidscheid

Laufzeit: 15.07.2023 – 31.03.2024

Projektbeschreibung

Phänomene der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) sind aktuell zentrale Herausforderungen für die Gesellschaft und gefährden das demokratische Zusammenleben in Berlin. Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, LSBTI-feindlichkeit, Sexismus sowie jede Form der Menschenverachtung und Ideologien der Ungleichwertigkeit motivieren Diskriminierung und Gewalt gegen gesellschaftliche Gruppen und stehen somit in enger Verbindung mit vorurteilsmotivierten Straftaten und Hasskriminalität.

Die Prävention und Bekämpfung von GMF wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet. Eine wichtige Rolle spielen dabei zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen und Gruppen, die etwa über Diskriminierung und Gewalt informieren, über deren Folgen aufmerksam machen oder Betroffene unterstützen. Auch Strafverfolgungsbehörden wirken zentral mit, indem sie präventiv Gefahren abwehren und gegen Tatverdächtige ermitteln und ggf. Anklage erheben.

Zentraler Gegenstand des Modellprojekts ist die Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Polizei im Themenfeld GMF. Dabei geraten ganz verschiedene Formen und Praktiken der Kooperation in den Blick, die sich zum Beispiel in Bezug auf ihre Fortdauer, ihren Formalisierungsgrad, die Anzahl der beteiligten Akteure oder die Art der umgesetzten Aktivitäten unterscheiden. Die Studie umfasst erstens die Erstellung einer Übersicht von bereits bestehenden Aktivitäten im Handlungsfeld in Berlin, die vergangene und bestehende Formen der Kooperation sowie Aktivitäten innerhalb der Polizei systematisierend beschreibt und Leerstellen identifiziert. Zweitens analysiert sie Faktoren und Bedingungen, die das Gelingen konkreter Kooperationsprozesse fördern oder hindern können. Drittens werden Vorschläge und Empfehlungen dazu erarbeitet, wie solche Kooperationen in Zukunft weiterentwickelt, umgestaltet, ausgebaut oder auch begrenzt werden sollten.

Methodisch kombiniert das Modellprojekt Literaturrecherchen und Dokumentenanalysen, leitfadengestützte Einzel- und Gruppeninterviews, standardisierte Befragungen sowie Dialogformate und Fachrunden. Ein Abschlussbericht wird im März 2024 vorgelegt. Seine Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, ein stärker praxisorientiertes Folgeprojekt vorzubereiten.

Das Modellprojekt wird gefödert durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung. Im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!